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Salzkammergut Trophy 2013 Bad Goisern – Strecke E

Rennbericht von Felix Niederschick


Wie in den Trainingswochen zuvor, zeigte sich das Wetter am 13. Juli 2013 in Bad Goisern von seiner wahrlich bikerfreundlichsten Seite – Kaiserwetter. Deshalb rollte am Trophy-Wochenende eine 4Sports-Armada zum Hallstättersee.

Gut aufgewärmt, mit dem beruhigenden Gedanken, eine gute Verpflegung durch meinen Bruder Philipp und meine Freundin Christina bei der Hälfte der Strecke zu haben, wagte ich mich dieses Jahr auf die 54 km-Strecke, die sich bereits im Training als längste und härteste jemals von mir bezwungene herausstellte.

Um 11:05 klickten die Pedale am Goiserer Marktplatz und die zweite Welle mit etwa 400 Startern der Strecke E schwappte – von begeisterten Menschenmassen angefeuert – über die Startlinie durch die Straßen in Richtung Rehkogel. Anfänglich im gefühlten Mittelfeld platziert, konnte ich bergauf aufgrund der zu Beginn herrschenden für den Hochsommer gemäßigten Temperaturen ein paar Plätze gut machen und mich positionieren. Auch das steilste Asphaltstück mit etwa 30 % Steigung war an diesem Tag – unter etwas Mithilfe anderer, die auf meine Rufe freundlicherweise Platz machten, – gut zu meistern. Gleich die ersten Schlucke des erstmals im Rennen verwendeten Gels eingenommen ging es auf die schottrigen und stetig ansteigenden Forststraßen.

Was war da vorne los? Eine bunte Menschenschlange hatte sich gebildet. Gibt’s hier was gratis? Nein! Offensichtlich war eine kleine Mulde mit anschließendem Erdhügel – man sollte meinen, für Fahrer dieses Streckenkalibers kein Problem – eine zu schwierige Aufgabe geworden und so stiegen sie kurzer Hand ab, was alle nachkommenden ebenfalls dazu zwang. Ich lies mich nicht beirren und erheiterte mich an jenen, die die kurze Unterbrechung als Toilettenpause nutzten. Stelle passiert – kräftige Tritte in die Pedale und die nächsten Fahrer überholt. Der erste Berg war relativ schnell und ohne gröbere körperliche Schmerzen bewältigt. Doch nun kam doch der Teil (Waldgraben), der mich im Training zum Abstieg zwingen würde? Im Rennen sollte es kein Problem werden – was der berühmte Renn-Kick nicht alles ausmachen kann! An der ersten Labestation vorbeidüsend ging es abermals bergauf Richtung Bergwerk. Zwar wurde ich selbst einige Male überholt, konnte mich jedoch stetig im Klassement nach vorne bewegen. Daran hinderte mich weder die berüchtigte Skipisten-Passage am Rehkogel (Ramsau), bei der ich absteigen musste, noch die anschließende Tragepassage durch einige Bachbetten. Wieder im Sattel schlängelte sich der Trail zur Blaa-Alm. Auch dort warteten viele motivierte Zuseher und MTB-Fans, die fleißig Beifall klatschten und uns Mut für die weiteren Strapazen machten.

Jetzt war ich schon ganz nahe meiner persönlichen Labestation. Hoffentlich hatte die beiden hinaufgefunden! Die Abfahrt zur Rettenbach-Alm war eine der Sorte, bei der man sich nicht ausruhen konnte, wollte man nicht zu viel Zeit verlieren: zu kurvig und holprig um sich zu erholen, zu flach um das Bike seinen Dienst selbst verrichten zu lassen und zu hell/dunkel-wechselhaft um zu trinken. Die Rettenbach-Alm-Labestation schnell hinter mir lassend raste ich hinab – plötzlich eine Kurve: ein weißes Leiberl – das war doch Philipp! Schnell alle Flaschen vom Bike werfen und das Trikot leeren, Phil steckte unterdessen wieder frisch befüllte hinein und feuerte mich an. Gut unterwegs – Super Zeit! Auch Christina schrie mir zu. Beflügelt von der perfekten Übergabe und meinem guten Wohlbefinden bis hierher, nahm ich den längeren und durchgängigen der beiden Anstiege auf der Strecke in Angriff. Auch weil es immer heißer wurde, griff ich immer öfter zur Trinkflasche und zu den Gels. Allmählich bekam ich auch leichte Schmerzen im Kreuz – aber das ist man ja als passionierter Biker gewöhnt! Immer wieder die gleichen Gesichter, mal vor mir, mal hinter mir. Keine Schmerzen zeigen und immer ein Lächeln auf den Lippen haben, das beruhigt auch hitzköpfige Fahrer in vielen Situationen, um das Risiko aller Beteiligter zu minimieren.

Eine Stunde später am höchsten Punkt, der Hütteneck-Alm, angekommen hieß es, Federgabel-Lock-In und nichts wie talabwärts – ein Downhill-Teil mit Schieben inklusive. Von da an machte ich im vorderen Klassement-Drittel ein einsames Rennen und wurde ab und an von sichtlich besseren Bikern überholt. Auch die Passagen nach der Ewigen Wand und dem Höllenloch, die mir hin und wieder in Trainings Schwierigkeiten bereitet hatten, konnte ich mit einer höheren Geschwindigkeit und einer Leichtigkeit, sowie Selbstsicherheit fahren, wie ich sie lange nicht mehr hatte. Die Brücke in Lauffen überquert. Ab jetzt hieß es: Vollgas bis ins Ziel. Nur noch der Traun entlang und durch Goisern. Zwar noch ein kleiner Umweg Richtung Gschwandt, der nur am Renntag gefahren wurde und Tragen des Bikes bedeutete, doch auch das war zu meistern. Auf den letzten Kilometern auf der Straße ging es nur noch um eines: Kurbeln was die müden Beine noch hergaben, Treten im obersten EB2-Bereich. Und schon war der Goiserer Marktplatz wieder in nachmittäglichen Sonnenschein gehüllt und ich kam ohne Sturz, Verletzung oder Defekt am Bike, dafür umso ausgepowerter über die Ziellinie und wurde von meiner Familie jubelnd empfangen.

Zu ihrer Verwunderung hatte ich im Ziel bei der Pasta-Party eher mäßigen Hunger – für mich äußerst ungewöhnlich –, doch konnte mein abends auftretender, nahezu unbändigbarer Appetit sie beruhigen.

Mit meiner Zeit von 3:43:59 und somit dem 113. Rang in meiner AK 1 und 442. Gesamtrang bin ich äußerst zufrieden.Auch allen anderen 4Sports-Finishern möchte ich gratulieren! Alle durchgekommen – Spitzenleistung!

Felix Niederschick